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Herr Müller und die Sache mit dem Koffer

Kapitel 4: Frau Schnabel und die Scheidung

Frau Schnabel erzählt in der Küche von der Scheidung, Ferdinand klappt empört auf, und Herr Müller schreibt verwirrt auf seinen Einkaufszettel, während die Wanduhr rückwärts läuft.

„Zunächst eine Frage“, sagte Herr Müller. „Wie scheidet man sich von einem Koffer?“ Frau Schnabel schloss ihren Regenschirm und setzte sich auf den einzigen Stuhl, der nicht von einem Wombat-Würfel bedroht war. „Wie bei jeder anderen Ehe: mit Geduld, Formularen und einem erstaunlich teuren Gutachten.“ Ferdinand klappte empört auf. „Das Gutachten war notwendig. Ich war schließlich nicht immer aus Leder!“ Müller betrachtete seine Küche. Noch am Montag hatte er sie für den langweiligsten Ort der Welt gehalten. Er begann, diese Eigenschaft zu vermissen.

Frau Schnabel erklärte, Ferdinand sei früher Forscher bei der Spezialabteilung für Unwahrscheinlichkeiten gewesen. Dort untersuche man Ereignisse, die eigentlich nicht passieren dürften, aber trotzdem regelmäßig Aktenordner füllten. „Einmal verschwand in Ulm ein kompletter Dienstag“, sagte sie. „Ein anderes Mal meldete ein Mann, sein Gartenzwerg habe die Einkommensteuer gemacht.“ „Hat er?“, fragte Müller. „Ja. Leider besser als sein Besitzer.“ Ferdinand hatte damals gegen eine wichtige Sicherheitsregel verstoßen: Niemals an einem Mittwoch einen Pinguin beleidigen. „Was hat er gesagt?“, fragte Müller. „Er hat Günther eine schlecht gekleidete Ente genannt.“

„Und dafür wurde er verwandelt?“ Frau Schnabel schüttelte den Kopf. „Nein. Günther stieß vor Schreck gegen ein Experiment. Ferdinand stand im falschen Moment am falschen Platz.“ Der Koffer klapperte beleidigt. „Ich stand am richtigen Platz. Die Maschine stand falsch.“ Müller schrieb auf seinen Einkaufszettel: Pinguin nicht beleidigen. Dann fragte er: „Warum sprechen Sie darüber, als wäre das gestern passiert?“ „Weil es für einen Teil von uns gestern war“, sagte Frau Schnabel. „Für einen anderen Teil ist es 153 Jahre her.“

Die Uhr an der Wand lief nun rückwärts. Die Zeiger näherten sich erneut 7:03 Uhr, obwohl Müller bereits seit einer halben Stunde aufgestanden war. Frau Schnabel sah plötzlich sehr ernst aus. „Herbert, hören Sie zu. Sie kennen mich länger, als Sie glauben. Und heute haben Sie nicht zum ersten Mal mit diesem Koffer gesprochen.“ „Doch“, widersprach Müller. Der Kühlschrank piepte. Auf seinem Display stand: VERSUCH VIER BEENDET. Frau Schnabel schloss die Augen. „Ach, Ferdinand“, sagte sie. „Jetzt müssen wir ihm auch noch den Dienstag erklären.“

Nächstes Mal: Eine Uhr läuft rückwärts, und ein Anruf kommt aus einer unmöglichen Zeit.

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