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Herr Müller und die Sache mit dem Koffer

Kapitel 3: Eine unangenehme zoologische Erkenntnis

Herr Müller betrachtete den Würfel zwischen Daumen und Zeigefinger. Er hatte eine Form, wie sie sonst nur Bauklötze oder sehr ehrgeizige Pralinen besaßen. „Wombats“, wiederholte er. „Sind das nicht diese australischen Tiere?“ Ferdinand nickte mit dem Deckel. „Und sie produzieren würfelförmigen Kot.“ Müller legte den Würfel sofort auf einen Unterteller, der eigentlich für die gute Sonntagstasse bestimmt war. „Warum liegt so etwas in meinem Kühlschrank?“ „Weil dort niemand freiwillig danach sucht.“

Es klingelte an der Wohnungstür. Vor der Tür stand eine ältere Dame mit strengem Dutt, freundlichen Augen und einem knallrosa Regenschirm. Sie trug einen Ausweis, auf dem INTERNATIONALE ANGELEGENHEITEN UNGEWÖHNLICHER GEGENSTÄNDE stand. „Schnabel“, sagte sie. „Ich bin wegen des Würfels hier.“ Herr Müller trat einen Schritt zurück. „Woher wissen Sie davon?“ „Er wurde aktiviert.“ „Der Würfel?“ „Leider.“ Hinter ihm klappte der Koffer mit einem Knall zu. „Nicht sie“, murmelte er.

Frau Schnabel schob sich an Müller vorbei, betrachtete den Würfel und seufzte. „Ferdinand, du hast versprochen, ihn nicht anzurühren.“ „Ich habe ihn nicht angerührt. Herbert hat ihn aus dem Kühlschrank genommen.“ „Das macht es schlimmer.“ Herr Müller sah von einem zum anderen. „Sie kennen meinen Koffer?“ „Leider sehr gut“, sagte sie. „Wir waren verheiratet.“ Müller starrte auf den ledernen Griff. „Mit einem Koffer?“ „Damals war er noch ein Mensch“, erklärte Frau Schnabel. „Und wesentlich weniger pflegeleicht.“

Auf dem Unterteller begann der Würfel schwach blau zu leuchten. Frau Schnabel öffnete ihren Regenschirm mitten im Flur. „Das ist kein gewöhnlicher Fund“, sagte sie. „Es ist eine Nachricht aus dem Archiv.“ „Eine Nachricht aus was?“, fragte Müller. „Aus einer Zeit, die es nicht mehr geben sollte.“ Sie sah auf ihre Armbanduhr, die plötzlich rückwärts lief. „Wir müssen uns beeilen.“ Ferdinand flüsterte: „Wenn sie nach Mittwoch fragt, sag nichts.“ Herr Müller blickte zur Uhr über der Küchentür. Es war 7:03 Uhr. Und der Sekundenzeiger sprang zurück.

Nächstes Mal: Frau Schnabel erklärt, weshalb ein Mittwoch in dieser Wohnung gefährlich werden kann.

Passend dazu: Wissen, das keiner braucht